Aufgaben

Aufgaben des Schweizerischen Klubs für Berner Sennenhunde KBS

Als vor über 100 Jahren der Dürrbachklub gegründet wurde, ging es hauptsächlich darum, die Rasse der Berner Sennenhunde zu erhalten und zu fördern. Als Richtlinie wurde ein Rassestandard ausgearbeitet. Hunde, die diesem Rassestandard in hohem Masse entgegen kamen, wurden ins Schweizerische Hundestammbuch SHBS eingetragen. Mit jeder Statutenrevision wurde die Liste der Aufgaben länger. In den aktuellen Statuten von 2002 wird auf fast zwei A5 -Seiten aufgelistet, welchen Aufgaben der KBS nachzukommen hat. Sieben Abschnitte des Artikels 2 regeln die Aufgaben, in elf weiteren, unter Artikel 3, wird festgelegt, wie der KBS diese Aufgaben zu erfüllen hat. Sicher steht die Reinzucht, Förderung und Verbesserung der Rasse nach den Vorgaben der FCI auch heute noch an erster Stelle. Dabei geht es nicht nur um eine Überwachung der Zucht. Ebenso wichtig ist es, dass die Züchter beraten und unterstützt werden. Dem KBS steht aber auch eine informierende Funktion zu, was Haltung, Erziehung und Beschäftigung des Hundes betrifft.

Der KBS versteht sich weiter als Sprachrohr und Anlaufstelle für alles, was den Berner Sennenhund betrifft, sei es, dass er die Rasse bekannt macht, Kontakte zu Behörden und ausländischen Klubs knüpft und als Vermittler zwischen Züchter, Haltern und anderen Interessierten fungiert. Nicht zuletzt muss der KBS für die Beschaffung der nötigen finanziellen Mittel besorgt sein, damit der lange Aufgabenkatalog erfüllt werden kann. Schauen wir zurück, was der KBS in den letzten 100 Jahren geleistet hat!

Der grosse Erfolg des KBS: Vom Bauernhund zum Rassehund

Um 1900 traf man auf vielen Höfen Bauernhunde an, die zwar nicht ganz einheitlich im Äusseren waren, die aber dennoch eine Einheitlichkeit in Bezug auf Grösse, Charakter und Zeichnung aufwiesen. Sie waren vor allem Hofwächter, später auch Käsereihunde, die an kleinen Wagen angespannt die Milchkannen zur Sennhütte zogen. In Anlehnung an den Weiler und die Gaststätte Dürrbach, wo diese Hunde am häufigsten verbreitet waren, nannte man sie «Dürrbächler». Sie waren die Vorläufer der heutigen Berner Sennenhunde-Rasse.

Dank der Gründung des KBS vor 100 Jahren konnten die einstigen Bauernhunde mit all ihren hervorragenden Eigenschaften für die Nachwelt erhalten, ja sogar gefördert werden. Die Nachfahren der unscheinbaren Hunde von damals erfreuen sich heute aufder ganzen Welt grosser Beliebtheit. Jetzt gilt es, das Erreichte zu erhalten. «Der heutige KBS hat den Berner Sennenhund nicht neu zu schaffen, sondern das zu erhalten, was die ersten Züchter unter Prof. Heims Anleitung als richtig erkannt und herauskristallisiert haben» (Margret Bärtschi). Um einem Wildwuchs in der Zucht entgegenzuwirken oder eine Entwicklung in eine falsche Richtung zu verhindern, ist es nötig, dass die Zucht streng überwacht wird.

Festlegung des Rassestandards

Der Schweizerische Klub für Berner Sennenhunde, vormals der Dürrbach-Klub, wurde am 15. November 1907 gegründet. Ziel der 16 Mitglieder war, den Dürrbachhund rein zu züchten. Damals gab es weder einen Rassestandard noch Zuchtvorschriften. Das erste, was der Klub in Angriff nahm, war die Erarbeitung verbindlicher Rassekennzeichen. Hunde, die an Ausstellungen gezeigt und prämiert wurden, wurden ins Stammbuch eingetragen. Sie galten als rasserein. 1910 wurde der Standard revidiert. Schon bald zeigte sich die Rasse in einem einheitlichen Erscheinungsbild. Ein wichtiger Schritt zur Reinzucht der Rasse war geschafft und es konnten neue Ziele angestrebt werden.

Eintragung ins Schweizerische Hundestammbuch SHSB und Einführung der Stammbäume

Ab 1914 hat es sich eingebürgert, dass Würfe von eingetragenen Elterntieren ins SHSB eingetragen wurden. Ab 1926 stellten die Züchter Stammbäume aus, die vom Klub abgestempelt wurden.

Erstes Zuchtreglement

1946 tritt das erste Zuchtreglement in Kraft. Der Standard von 1910 ist immer noch verbindlich.

Wurfkontrolle, Zuchtmusterung und Wesensprüfung

Da immer wieder mit scheuen oder untypischen Hunden gezüchtet wurde, wurde 1955 die obligatorische Wurfkontrolle beschlossen. Nur Welpen aus kontrollierten Zuchten erhielten von nun an einen Stammbaum. Zwei Jahre später wurde die Zuchtmusterung obligatorisch. Für Nachkommen von Hunden, die diese Prüfung nicht ablegten, gab es keine Stammbäume mehr. Seit 1963 müssen angehende Zuchthunde neben der Exterieurprüfung auch einen Wesenstest bestehen.

Wichtigste Aufgabe des heutigen KBS

Mit einer strengen Überwachung der Zucht soll die Rasse des Berner Sennenhundes erhalten und gefördert werden.

Der Berner Sennenhund soll rassetypisch, gesund und wesensstark sein. Um dieses hohe Ziel zu erreichen, wurden die Zuchtvorschriften bis zum heutigen Tag immer wieder verfeinert und verschärft. Dies gilt sowohl für die Selektion der Zuchthunde wie auch für die Aufzucht. Nur Hunde, die aus einer kontrollierten Zucht stammen, verdienen die Rassebezeichnung «Berner Sennenhund».

«Rasserein ohne Stammbaum» gibt es nicht

Nicht jeder Hund, der wie ein Berner Sennenhund aussieht, wird als solcher anerkannt. Ein rassereiner Berner Sennenhund hat immer einen Stammbaum, der die Abstammung und die Reinrassigkeit garantiert. Der Begriff «rasserein» ist keine genetische, sondern eine züchterische Definition. Danach werden nur Nachkommen von gekörten Elterntieren aus kontrollierten Zuchten als «rasserein» anerkannt.

Heutige Anforderungen an die Züchter von Berner Sennenhunden in der Schweiz

  • An die Zuchtstätten werden Mindestanforderungen an Haltungsbedingungen und tierschützerischen Aspekten gestellt. Jeder Wurf wird mindestens einmal durch eine ausgebildete Person (Zuchstättenkontrolleur/in) kontrolliert.
  • Die Zuchttiere müssen auf HD und ED geröntgt werden. Die Röntgenbilder werden von Fachleuten an den Tierspitälern (tiermedizinische Fakultät der Universität) Bern und Zürich ausgewertet.
  • Damit ein Hund zur Zucht zugelassen wird, darf er nur bestimmte Grade aufweisen. HD A, B, C und ED 0 / 1.
  • Ein Berner Sennenhund soll wie ein Vertreter seiner Rasse aussehen und das Wesen aufweisen, welches man von seiner Rasse erwartet. Um dies zu erreichen wird die Zulassung zur Zucht nur Tieren gegeben, die diese Anforderungen erfüllen. Damit ein Hund angekört wird, muss er sich einer Wesens- und Schönheitsbeurteilung unterziehen. Nur wenn der Hund diese Prüfung mit Erfolg besteht, darf er zur Zucht eingesetzt werden.
  • Mit Hündinnen darf pro Kalenderjahr höchstens ein Wurf gezüchtet werden.
  • Die ersten Lebenswochen sind grundlegend für das spätere Verhalten des Hundes. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Unsere Züchter sind sich der Wichtigkeit der Prägung und Sozialisierung bewusst und handeln danach.
  • Unsere Welpen dürfen erst nach vollendeter 10. Lebenswoche abgegeben werden. Bis dahin werden sie regelmässig entwurmt und sind mit einem Mikrochip versehen. Der neue Eigentümer erhält neben der Abstammungsurkunde das Impfzeugnis sowie eine Fütterungs-, Impf- und Entwurmungsanleitung. Der Züchter gibt Anleitungen, wie die neuen Besitzer den Hund pflegen sollten. Bei Problemen und Fragen ist er ein zuverlässiger Ansprechpartner.
  • Im KBS sind Inzuchtpaarungen nur bis zu einem gewissen Grad erlaubt.
  • Nur eine von der SKG/FCI anerkannte Abstammungsurkunde garantiert den Hundekäufern, dass der Züchter mit Hunden züchtet, die die strengen Selektionskriterien in Bezug auf Gesundheit, Wesen und äussere Erscheinung erfüllt haben. Anerkannte Abstammungspapiere sind keine Prestigesache, sondern Zeugnis für eine seriöse Zucht. Dafür setzt sich der Schweizerische Klub für Berner Sennenhunde ein!

Der KBS trägt heute eine grosse Verantwortung sowohl der Rasse als auch den Züchtern, den Mitgliedern und der Umwelt gegenüber.

Bernadette Syfrig
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