Leptospirose

Leptospirose und Akute Niereninsuffizienz

Dr. med. vet. Flurina Salis, Tierklinik AW, Mitglied der GeKo des KBS-CH Einleitung Die Leptospirose ist eine bakterielle Infektionserkrankung, ausgelöst von verschiedenen Typen von Leptospiren-Bakterien. Schutz gegen zwei Untertypen (Leptospira icterohämorrhagia und Leptospira canicola) ist in der Kombinationsimpfung enthalten, aber in letzter Zeit breiten sich andere Untertypen in unseren Breitengraden aus, gegen welche noch keine Impfungen vorhanden sind. Neben Hunden, erkranken auch Nutztiere und Nagetiere und Menschen an diesen Bakterien. Leptospirose ist eine Zoonose, das heisst Menschen können von Tieren angesteckt werden! Leptospiren werden über den Urin ausgeschieden und können in der Umwelt in stehenden Gewässer oder Pfützen überleben. Hunde können sich anstecken, wenn sie verseuchtes Wasser trinken oder durch direkten Kontakt zu Urin von kranken Hunden oder Nagetieren. Ausbrüche der Krankheit können häufig während oder nach längeren Regenperioden festgestellt werden. Deswegen ist besonders dann, bei Hunden die schlechte Fresslust haben und erbrechen, auch immer an eine Leptospirose zu denken! Leptospiroseinfektionen befallen fast immer die Nieren, was zu einem akuten Nierenversagen führt. Sie können aber auch die Leber und andere Organe beeinträchtigen. Besonders Lungenblungen sind gefürchtet. Neben einer Infektion mit Leptospiren, können auch Toxine (Frostschutzmittel, Medikamente, Trauben) oder eine starke Minderdurchblutung der Niere (Schock) eine Akute Niereninsuffizienz auslösen. Klinik Sehr akut verlaufende Infektionen können zum Schock und plötzlichem Tod führen. Häufiger haben die Tiere aber Fieber und erkranken an einer akuten Niereninsuffizienz. Symptome sind dann Apathie und verminderten Appetit, manche Tiere trinken sehr viel und setzen viel Urin ab. Ist die Niere stark geschädigt, kann es aber auch sein, dass sie nicht mehr fähig ist Urin zu produzieren. Durch die verminderte Nierenfunktion kommt es zu einer Ansammlung von Giftstoffen im Blut (Urämie), dies führt zu urämisch stinkenden Maulgeruch und ist häufig auch Grund für Erbrechen. Bei starker Beeinträchtigung der Leber kommt es zu einer Gelbsucht (gelbe Schleimhäute und Skleren). Diagnose Blut- und Urinuntersuchungen zeigen Schaden an Nieren und Leber. Um die Leptospiren nachzuweisen untersucht man das Blut auf Antikörper. Zu Beginn der Krankheit kann der Test noch negativ ausfallen, steigen die Antikörper jedoch innerhalb von 2 Wochen deutlich an, ist die Diagnose gesichert. Behandlung und Prognose Um die Leptospiren abzutöten, müssen spezielle Antibiotika eingesetzt werden. Infusionen und andere Unterstützende Massnahmen sind sehr wichtig um die Zeit zu überbrücken, bis die Niere sich erholt und Ihre Funktion wieder aufnehmen kann. Ist die Niere sehr stark geschädigt, ist teilweise sogar eine Dialyse notwendig. Bei etwa 25% der erkrankten Tieren verläuft die Infektion tödlich. Frühzeitige und Intensive Behandlung erhöht die Chance auf vollständige Heilung, es können aber auch gewisse Beeinträchtigung von Nieren- und Leberfunktion bestehen bleiben. Hospitalisierung, Infusionen und intensives Monitoring sind deshalb für die Prognose sehr wichtig. Da es sich um eine Zoonose handelt, sollten im Umgang mit kranken Tieren Handschuhe getragen werden.
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