Ausbildung

Hundesport

Beschäftigung im Alltag

 

Wegen seiner Gutmütigkeit und seiner Anpassungsfähigkeit wird leider oft vergessen, dass auch ein Berner Sennenhund Führung und eine sinnvolle Beschäftigung braucht, und das nicht nur als Welpe und Junghund, sondern sein ganzes Leben lang, Als Hofwächter, Hütehund, Käsereihund am Wägeli, manchmal auch als Viehtreiber hatte der einstige Berner Sennenhund noch wichtige Arbeiten in der Landwirtschaft zu erfüllen. Heute fehlen ihm diese Aufgaben, doch sein angeborener Arbeitswille ist ihm geblieben. Um einem Berner Sennenhund gerecht zu werden, ist es wichtig, ihm einen Ausgleich zu bieten, bei dem er gefordert wird und bei dem er seine natürlichen Veranlagungen sinnvoll ausleben kann. Tägliche Spaziergänge von mindestens ein bis zwei Stunden erfreuen den Menschen und bringen seinem vierbeinigen Begleiter Abwechslung und Bewegung. Um körperlich fit und geistig rege zu bleiben braucht der Berner Sennenhund immer wieder neue Herausforderungen. Gehorsamsübungen, Sucharbeiten, Apportieren, das Überwinden von Hindernissen, Geschicklichkeitsspiele usw. können im Alltag leicht eingebaut werden, machen Spass und fördern die Bindung.

 

Der Berner Sennenhund als Sporthund

 

Zwar sind unsere Berner Sennenhunde keine Spitzenathleten, dafür aber Allrounder, die man in ganz verschiedenen Disziplinen einsetzen und fördern kann. Begleithundeprüfungen, Mobility, Fährten, Obedience, SpassSport, RallyObedience, Mantrailing sind Disziplinen, die ihm besonders liegen. Wer allerdings allzu ehrgeizige Ambitionen im Hundesport hat, ist mit einer Diensthunderasse besser bedient. Berner Sennenhunde arbeiten gerne, wenn sie einen Sinn hinter der Aufgabe erkennen können. Als ehemalige Bauernhunde, von denen man erwartet hatte, dass sie ihre Aufgaben selbständig erledigen, sind sie keine reinen Befehlsempfänger, die sich leicht unterordnen. Auf Druck, Drill oder Überforderung können sie sehr eigensinnig und stur reagieren. Dafür sprechen sie besonders gut auf die heutigen Ausbildungsmethoden mit positiver Bestärkung an, denn ein Lob und die Zufriedenheit seines Menschen sind die grösste Motivation für ihn. Berner Sennenhunde lernen eher langsam, aber was sei einmal können, vergessen sie nie mehr. Für Hundesportarten, bei denen es auf die Schnelligkeit ankommt wie z.B. Agility oder für die er zu schwer ist (Katastrophenhund, Lawinenhund), eignet er sich weniger, auch wenn es ab und zu Ausnahmen gibt.

 

Viele Berner Sennenhunde findet man als Therapiehunde für ältere, kranke oder gar behinderte Menschen oder als „Lehrhunde“ in der Schule, damit Kinder den Umgang mit Hunden lernen können. Als Zughund, der abends die Milchkannen zur Hütte zieht, hat der Berner Sennenhund ausgedient. An Umzügen hingegen sieht man ihn immer wieder gerne beim Wägeli ziehen, eine Arbeit, die jedem Bäri einfach im Blut liegt.

Nichts erfüllt den Berner Sennenhund mit mehr Stolz, als wenn er eine Aufgabe zur Zufriedenheit seines Menschen ausgeführten kann.