Nicht scheren!

Als ehemaliger Hof- und Wachhund, der die Menschen bei der täglichen Arbeit draussen begleitete, brauchte der Berner Sennenhund ein pflegeleichtes Fell, das ihn vor jeglichem Witterungseinfluss schützte. Langes, schlichtes oder nur leicht gewelltes Haar mit Unterwolle ist diesbezüglich ideal. Diese urtümliche Fellstruktur gilt auch heute noch als Standard.

Wenn im Sommer die Temperaturen steigen, kommt manch ein Berner Sennenhunde-Besitzer auf die Idee, den Hund zu scheren, damit er nicht zu heiss hat. Doch solange es aus medizinischen Gründen nicht notwendig ist, darf ein Berner Sennenhund nicht geschoren werden.

Das Fell des Berner Sennenhundes besteht aus zwei Schichten. Das lange, glänzende Deckhaar schützt den Hund vor Kälte, Nässe, Wind, Schmutz und Sonnenstrahlen. Die weiche, flauschige Unterwolle reguliert den Wärmehaushalt. Schert man einen Berner Sennenhund, fehlt ihm der Witterungsschutz. Der Regen perlt nicht mehr am Fell ab, Nässe und Schmutz dringen in die Unterwolle. Die Sonnenstrahlen verbrennen die Hautschicht, die Kapillaren, die zu den Hautwurzeln führen, „verschmelzen“ und verhindern das Nachwachsen der Deckhaare. Das Fell des Berner Sennenhundes ähnelt danach dem eines Welpen. Diese Clipper-Alopezie ist eine dauerhafte Schädigung, die langfristige Folge davon ist büschelweiser Haarausfall.

Statt Scheren ist es sinnvoller, die lose und alte Unterwolle auszukämmen oder mit einem Blower (starker Hundeföhn) auszublasen. Es wird nur soviel Unterwolle entfernt, dass eine gesunde Luftzirkulation stattfinden kann. Mit dem regelmässigen Auskämmen wird auch das hässliche Verfilzen der Unterwolle verhindert. Wem diese Fellpflege zu anstrengend ist, kann seinen Berner Sennenhund während des Fellwechsels auch in einen Hundesalon bringen, um die lose Unterwolle professionell herauszuholen.